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Militärtrails mit Aussicht

Für konditionsstarke Singletrail Freunde ist der Idrosee eine mehr als attraktive Option
 

Nur einen Steinwurf vom bevölkerten Gardasee entfernt finden Mountainbiker zur Ruhe. Und ein spannendes Tourenrevier mit deftigen Allmountain Trails gibt's noch oben drauf.

 
 

Den Idrosee als den "kleinen Bruder des Lago di Garda" zu bezeichnen ist ein Vergleich, der schon ein wenig hinkt. Den Kern der Sache trifft dieser Vergleich aber trotzdem recht gut. Beiden Seen gemein ist ihre für einen Gebirgssee relativ niedrige Talhöhe - um die 380 Meter im Falle des Idrosees, 170 Meter bei dessen großem Bruder. Beide Seen liegen am Südrand der Alpen und weißen in etwa dasselbe Klima auf. Beide sind von hohen und steilen Bergen eingerahmt, deren Gipfel im Falle des Gardasees nur knapp die 2000-Meter-Marke verpassen, diese in den Judikarien aber deutlich übertreffen. Vor allem findet sich aber rund um beide Seen und die jeweils nördlich davon gelegenen Bergtäler zwei Bike-Reviere mit viel Klassiker-Potential.

Womit wir beim hinkenden Teil des Vergleichs angelangt wären. Am Gardasee hat sich der Bike-Tourismus über Jahrzehnte hinweg entwickelt und floriert. Viele der Touren "am Lago" sind tatsächlich waschechte Bike-Klassiker. Und so hat sich im Kielwasser dieses Radsport-Tourismus eine veritable Bike-Infrastruktur aus zig Geschäften, Bike-Schulen und Shuttle-Dienstleistern entwickelt.

 

Die Touren am Idrosee haben das Potential, Klassiker zu sein. Sie sind es aber nicht. Ein Bike-Boom ist in den Tälern der Judikarischen Alpen bisher ausgeblieben, aller unbestreitbar attraktiven Möglichkeiten zum Trotz. Neugierige Mountainbiker werden daher rund um den Idrosee ein fast jungfräulich gebliebenes Revier vorfinden. Wem der Trubel am Gardasee nicht liegt, für den muss das kein Nachteil sein. Zwar wird man eine spezielle Bike-Infrastruktur vergeblich suchen. So bleibt das eigentlich vorhandene Potential für Freerider mangels Seilbahnen oder Bike-Shuttles ungenutzt. Allmountain Piloten, die trotz ihrer Singletrail-Affinität auch längere Anstiege nicht scheuen, finden hier aber ein absolut lohnenswertes Revier mit zahllosen Möglichkeiten vor.

Doch auch Tourenfahrer eher "klassischen" Zuschnitts werden die Touren um den Idrosee als angenehmen Kontrast zum Gardasee empfinden. Trotz der geografischen Nähe sind die Berge der Judikarien geologisch anders aufgebaut. Will heißen: der gefürchtete "Gardasee-Schotter" fehlt hier ganz. Die Schotterwege haben einen deutlich festeren Untergrund, die Singletrails sind wesentlich weniger verblockt.

Fazit: Da Seilbahnen und Shuttles fehlen, müssen die Touren am Idrosee sämtlich aus eigener Kraft bestritten werden. Wer dies inkauf nimmt, findet ein absolut lohnenswertes (Singletrail-)Revier vor. Die Strecken sind im Vergleich zum Gardasee überwiegend sehr viel angenehmer zu befahren. Zudem genießt man die Touren und die herrliche Landschaft häufig für sich allein. Wer also seine Touren autark durchführt und dazu auf den typischen Lago-Trubel verzichten kann, der findet am Idrosee eine sehr attraktive Alternative zum Gardasee vor.