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Warten auf den Prinz

Der Monte Grappa hat das Potential zu einem Top Freeride-Revier ...
 

Alles was dem Monte Grappa fehlt, ist ein Shuttleservice mit ausreichend Beförderungskapazität. Aktuell gibt es dort zig lohnende Wege – und das Problem, deren Einstieg zu erreichen.

 
Die neuen Trails im Vinschgau haben Namen wie Sunny Benny
 

Nicht die Tiefenmeter sind das Problem, sondern die Höhenmeter ... zwei Hände braucht es schon, um die Trailabfahrten des Monte Grappa mit über 1000 Tiefenmetern zu zählen. Berücksichtigt man noch die Kategorie "700-1000 Tiefenmeter" müssten auch noch die beiden Füße für die Zählung ran. Praktisch alle dieser Wege stammen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs oder davor. Praktisch alle präsentieren sich in einem sehr guten baulichen Zustand. Nur ein paar Brocken Geröll hier und da bremsen den ansonsten unendlich scheinenden Flow.

 

Das einzige Problem: Wie kommt man auf Höhe? Klar kann man sich ein Taxi nehmen, das einen nach oben shuttelt. Aber angesichts begrenzter Beförderungskapazitäten wäre das schon ein reichlich teuerer Spaß. Und sicher: es braucht keinen Enduro-Boliden um die Trails am Monte Grappa mit viel Spaß zu fahren. Ein Allmountainbike mit 140-150 mm Federweg reicht dafür locker aus. Die beträchtlichen Höhenunterschiede am Monte Grappa aus eigener Kraft zu überwinden, und trotzdem bergab viel Spaß zu haben, ist am Grappa also durchaus möglich.

 

Die "Methode Arschkarte"

Unter "Freeride-Fun" versteht man aber doch etwas anderes. Aus der Not heraus habe ich daher mit Freunden die "Methode Arschkarte" erfunden. Die Zutaten: ein PKW mit Dachständer, vier Biker, vier Bikes. Dann mit dem Auto hoch auf den Berg, drei fahren den Trail, einer bringt das Auto zu Tal, beim nächsten Run wird die Arschkarte durchgereicht.

Die Methode funktioniert. Genügend Tiefenmeter lassen sich auf diese Weise allemal sammeln. Ein rechter Krampf ist diese Methode trotzdem, nicht nur wegen ihres wahrhaft lausigen CO2-Fingerprints ...

 

Bleibt festzuhalten: Als Freeride-Revier bekommt der Monte Grappa von uns mangels Infrastruktur gerade einmal einen Stern von fünf möglichen verliehen. Sobald jemand diese Marktlücke schließt und ausreichend Beförderungskapazitäten bereitstellt, werden es auf der Stelle fünf Sterne sein!