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Militärwege ohne Ende

Das Revier des Tonale wird klar von den Militärwegen des Gebirgskriegs charakterisiert
 

Der Passo Tonale wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg sehr gut befestigt. Viele der damals angelegten Stellungen und Militärstraßen sind bis heute in Bestzustand und ergeben eines der abwechslungsreichsten Tourenreviere entlang der gesamten Gebirgsfront.

 
Das Tourenrevier des Tonale ist von alten Militärwegen geprägt.
 

Mountainbiker auf den Spuren der Geschichte können rund um den Passo Tonale aus dem Vollen schöpfen. Von allen Strecken ist vor allem der Passübergang der Montozzoscharte ins Pejotal den Alpenüberquerern ein Begriff. Der Pass zählt zu den Highlights der Albrecht-Route und bildet dort das letzte hochalpine Hindernis auf dem Weg zum Gardasee. Weniger bekannt ist das Netz aus Militärwegen, das die ehemaligen Stellungen an der Montozzoscharte flankiert. Dort ist die Tour über die Bocca delle Graole zwar abschnittsweise hartes Brot, zählt aber zu den Trail-Highlights der Region. Dies gilt auch für einen Abstecher zur „chinesischen Mauer“ an der Bocchetta di Valmassa auf der gegenüber liegenden Talseite. Die Auffahrt peinigt mit steilen Rampen und einer anstrengenden Tragepassage. Doch die über einen Kilometer lange Mauer am Pass zählt zu den am besten erhaltenen Militärbauwerken entlang der Gebirgsfront. Schließlich bietet der Trail nach Sant’Appolonia genau den richtigen Mix aus alpinem Flow und bissigen Passagen.


Doch auch die "österreichische" Seite des Tonale im Val di Sole wartet mit echten Highlights auf. Die Tour über die „Fünf Forts am Tonale“ mixt kehrenreiche Militärstraßen mit gepflasterten Maultierwegen, und garniert einen gelungenen Tourentag mit flowigen bis teils anspruchsvollen Trails. Nur zwischendurch verläuft die Tour auch über moderne Forststraßen. Am Kontrast zwischen zeitgenössischem und historischem Wegebau lässt sich dort wieder einmal das Können der militärischen Wegebauer ablesen. Die besten Mountainbike-Strecken wurden eben auch am Tonale-Pass vor hundert Jahren von den Militärs gebaut.

Fazit: Am Passo Tonale dominiert der typische Charakter reinrassiger Militärstraßentouren: lange, aber gleichmäßig steile Anstiege, interessante Weganlagen, flowige Singletrails. Die fahrtechnischen Schwierigkeiten sind zwar oft hoch, sie konzentrieren sich aber meist auf kurze Passagen. Mit der Bereitschaft auch einmal kurz zu schieben werden sich auch weniger versierte Singletrail-Fahrer an die schwierigeren Touren heranwagen können. Einzige Voraussetzung: Du bringst gute Beine mit.