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Biken im Wanderparadies

Diese Gegend steht bei Wanderern hoch im Kurs. Stellt euch darauf ein.
 

Die Allmountain Piloten unter den Trailfüchsen finden vor Ort reichlich Trails, die zum Teil auch alpine Erfahrung verlangen. Die Touren wollen jedoch komplett aus eigener Kraft bewältigt sein.

 
 

Mit einigem Fug und Recht könnte man die Sextener Dolomiten als das "klassischste Bikerevier" der Dolomiten bezeichnen. Das zentrale Bike-Event des Jahres ist der "Dolomiti Superbike" Marathon Anfang Juli, eine authentische Race-Veranstaltung. Auch an der Ausrüstung der lokalen Biker lässt sich ablesen, dass vor Ort die konditionelle Komponente des Mountainbikens groß geschrieben wird: gefühlt 90 Prozent aller Locals sind mit Hardtails unterwegs.

Natürlich finden sich vor Ort auch Singletrails. Überwiegend sind dies Strecken, die auf die Nachschubwege der Gebirgstruppen im Ersten Weltkrieg zurückgehen. An einzelnen Punkten, wie etwa am Karnischen Grenzkamm, ist das Trailnetz fein gesponnen – Allmountain Piloten werden ihre helle Freude haben.

Wer allerdings ein "modernes Bike-Revier" sucht, in dem Mountainbiker Seilbahnen oder Shuttles nutzen können, der sollte weiterklicken. Die Touren vor Ort muss man sich komplett selbst erarbeiten.

 

Das (mehr oder weniger inoffizielle) Bike-Aushängeschild der Region ist der Stoneman Trail, der auf eine Initiative des Ex-Mountainbike-Profis Roland Stauder zurück geht. Als permanente Marathonstrecke mit 116 Kilometern Länge und insgesamt mehr als 4000 Höhenmetern lassen sich auf dem Stoneman in kürzester Zeit die lohnendsten Mountainbike-Spots rund um Sexten und das Hochpustertal "abknipsen". Im Jahr 2012 holten sich insgesamt 268 Finisher ihre goldene Stoneman-Trophäe ab, indem sie die komplette Strecke an einem Tag durchzogen.

 

Ein Faktor der das Biken vor Ort ein wenig limitiert ist, dass viele lohnende Trails im Einzugsbereich der Seilbahnen liegen. Während der Hauptsaison trifft man auf den Wegen also sehr häufig und sehr viele Fußgänger an. Da bekanntlich viele Wanderer das Mountainbiken nicht unbedingt goutieren, ist die Stimmung dann nicht völlig entspannt. Fahre also bitte vorausschauend, und verhalte dich rücksichtsvoll. Noch besser: besuche dieses Revier antizyklisch, ergo während der Nebensaison.

Fazit: Da Seilbahnen und Shuttles keine Mountainbiker transportieren, müssen die Touren in den Sextener Dolomiten sämtlich komplett aus eigener Kraft bestritten werden. Zudem liegen einige lohnende Mountainbike-Ziele in Reichweite der durchaus vorhandenen Seilbahnen. Ergo werden die Trails häufig von Fußgängern begangen.
Es empfiehlt sich also die Region "antizyklisch" zu besuchen, d.h. in der absoluten Nebensaison. Wenn du dies beherzigst, wirst du die Touren vor Ort sehr genießen - immer vorausgesetzt, du hast gute Beine!